Neue Anforderungen an das Campingplatz-Management

von David Lehnen | vor 1 Woche


Der Campingplatz-Boom hält an. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie, die vielen Pauschal- und Fernreisenden ihre Pläne in diesem Jahr durchkreuzte, erfreuen sich deutsche Campingplätze auch nach den Grenzöffnungen weiterhin wachsender Nachfrage. Allein bis Juli 2020 wurden in Deutschland laut dem Caravaning Industrie Verband schon 54.439 Wohnmobile und Wohnwagen neu zugelassen. “Camping hat eine nie dagewesene Nachfrage”, bestätigt auch der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski. 

Notwendigkeit für Digitalisierung erkannt

Die plötzlich steigende Auslastung hat viele Campingplatz-Betriebe vor Herausforderungen gestellt. Die häufig noch manuelle oder gar analoge Verwaltung war zeitintensiv. Dabei war eigentlich zusätzliche Kapazität nötig, um auch die neuen Corona-Schutzmaßnahmen umzusetzen. Vielen Campingplatz-Betrieben wurde damit die Notwendigkeit einer Verwaltungssoftware deutlich aufgezeigt. Ebenso stieg das Bewusstsein für digitale Lösungen, um Gäste möglichst kontaktlos zu betreuen. Der Checkin sollte dadurch möglichst kurz oder sogar schon online erfolgen, ebenso sollten Brötchen-Bestellungen oder der Fahrradverleih nun zunehmend über Online-Portale oder Apps abgewickelt werden. Bei der Umsetzung einer solchen Digital-Strategie für Campingplätze stoßen die meisten Verwaltungssysteme an Grenzen. Viele interne Prozesse waren auf den Besucherzuwachs nicht ausgelegt. Doch die Zeiten von Reservierungsbüchern, Excellisten und telefonischer Buchung sind nun wirklich vorbei. Betreiber und Betreiberinnen müssen jetzt umdenken. 

Checkliste für Campingplatz-Betreiber/innen

Es gilt nun, viele Management-Funktionen auf den Prüfstand zu stellen und die Digitalisierung aktiv voranzutreiben. Dazu sollten Sie sich mit den folgenden zehn Fragestellungen intensiv auseinandersetzen: 

Welche Gäste beherberge ich?
Ändert sich Ihr Gäste-Profil durch die Corona-Pandemie? Wissen Sie, welche Bedürfnisse Ihre Gäste hinsichtlich Komfort, Privatsphäre, Sauberkeit und digitale Services auf Ihrem Campingplatz haben? Überprüfen Sie Ihre Gäste auf Altersstruktur und Herkunft. Durch die Corona-Pandemie gibt es viele Camping-”Neulinge” und der Trend des selbst ausgebauten Reise-Bullis steigert auch die Anzahl junger Reisender. Dies hat Einfluss auf Ihre Vermarktung und die Anforderungen an Ihre Gästebetreuung.

Wie werden diese auf meinen Platz aufmerksam? 
Viele Camper sind Stammgäste. Doch auch diese waren irgendwann zum ersten Mal auf Ihrem Platz. Wie sind sie auf Ihr Angebot aufmerksam geworden? Und wie werden Sie derzeit von neuen Gästen gefunden? Kennen Sie die Anzahl Ihrer Weiterempfehlungen oder die Zugriffe auf Ihre Website? Wissen Sie, ob sich Ihre Anzeigenwerbung oder die Kampagnen auf Buchungsportalen lohnen? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, um weitere Schritte für den Vertrieb Ihres Campingplatzes unternehmen und langfristig erfolgreich sein zu können. 

Wie buchen meine Gäste heute und in Zukunft?
Erkennen Sie im Buchungsverhalten Ihrer Gäste Trends? Welche Möglichkeiten zur Buchung bieten Sie derzeit? Ermöglichen Sie Ihren Gäste, auch online zu buchen? Das Buchungsverhalten von Gästen ändert sich. Studien zufolge steigt die Anzahl von Online Buchungen über digitale Endgeräte stetig. Sie sollten daher nicht mehr nur per Telefon oder E-Mail buchbar sind, sondern auch auf eine moderne Website mit integrierter Booking Engine setzen. 

Laste ich den Platz gut aus?
Wie hoch ist Ihre Auslastung und wie hat sich diese nach dem Lockdown und der schrittweisen Wiedereröffnung bis heute verändert? Wie verhalten sich Ihre Gästezahlen zu Saisonzeiten? Nutzen Sie auslastungs-abhängige Preisstrategien? Zur Maximierung Ihres Umsatzes sollten Sie Ihre Auslastung genau analysieren und ebenfalls überprüfen, wie sich mögliche An- und Abreise Restriktionen und Preise auf Ihre Auslastung auswirken. 

Wie ist die aktuelle Aufgaben- und Ressourcenverteilung?
Wie viele Mitarbeiter/innen beschäftigen Sie derzeit für welche Tätigkeiten? Lassen sich Aufgaben automatisieren, sodass mehr Freiraum für strategische Aufgaben und den Ausbau Ihrer Digitalstrategie entsteht? Im Gastgewerbe sollte der Gast im Vordergrund stehen. Stellen Sie sich daher die Frage, ob Sie alle Ihre Ressourcen derzeit so effizient wie möglich einsetzen.

Sind die aktuellen Verwaltungsprozesse effizient?
Buchhaltung und bürokratische Aufgaben fressen Zeit. Wie viel Zeit verbringen Sie aktuell mit der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben? Prüfen Sie, ob sich Aktivitäten (wie z.B. die Übermittlung der Monatserhebung im Tourismus) digitalisieren lassen, um Freiraum für die Gästebetreuung zu schaffen. 

Was ist meinen Gästen während der Corona-Pandemie besonders wichtig?
Viele Hygienevorschriften wie der Sicherheitsabstand und die Maskenpflicht sind bereits in unseren Alltag fest integriert. Doch was erwarten Urlauber während ihres Camping-Aufenthalts? Welche Maßnahmen sind zum Schutz der Gäste wirklich erforderlich und wann wird Sicherheit zur Last? Diese Fragen sollten Sie nicht ohne das Feedback Ihrer Gäste beantworten. 

Wie kontaktlos ist meine Betreuung derzeit?
Prüfen Sie, an welchen Stellen Sie mit Ihren Gästen in Kontakt treten und hinterfragen Sie die Notwendigkeit dieser Kontaktpunkte: Ist die Verteilung von Flyern notwendig? Können Türen und Fenster in den Sanitäranlagen für mehr Luftzirkulation geöffnet bleiben? Mit welchen Anliegen besuchen Gäste die Rezeption? Ließen sich diese auch digital abwickeln? Wie gut werden die Hygienemaßnahmen im Restaurantbetrieb eingehalten?

Wie gut oder schlecht sind aktuelle Gästebewertungen?
Welche Kanäle bieten Sie Ihren Gästen derzeit, um Ihnen Feedback zu geben? Prüfen Sie Ihre Bewertungen regelmäßig? Wie gut oder schlecht ist Ihre aktuelle Reputation? Nehmen Sie negative Kritik ernst und setzen Sie Verbesserungsvorschläge um? In der heutigen Zeit ist nichts im Online-Vertriebsprozess so wichtig, wie das authentische Bild Ihres Hauses, gespiegelt in zahlreichen Gästebewertungen. Nehmen Sie Ihre Reputation daher aktiv in die Hand! 

Bietet mir meine Campingplatz-Software maximale Unterstützung?
Welche und wie viele Softwarelösungen nutzen Sie derzeit, um Ihren Betrieb zu managen? An welchen Stellen ärgern Sie sich über fehlende Funktionen oder eine umständliche Bedienung? Sind die Kosten für Ihre IT-Infrastruktur mit Blick auf den Nutzen gerechtfertigt? Wie zukunftsfähig sind die Lösungen, die Sie einsetzen? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie Ihren Betrieb langfristig erfolgreich managen möchten. Ohne ein gutes PMS, ohne digitale Lösungen zur Gästebetreuung und einen modernen Online-Auftritt könnte Ihre Konkurrenz auf kurz oder lang auf der Überholspur an Ihnen vorbeiziehen. 


Software auf Campingplätze abgestimmt

Die ideale Verwaltungssoftware für Campingplätze vereint viele Disziplinen, um Betreibern einen echten Mehrwert zu liefern: Sie ermöglicht die Online-Buchung mit interaktivem Platzplan für Gäste, sodass diese ihren Wunschplatz online auswählen und die Verfügbarkeit direkt prüfen können. Außerdem platziert eine gute Software automatisch die Angebote bei Meta-Suchdiensten und auf Buchungsportalen und ermöglicht eine effiziente Verwaltung von Plätzen, Reservierungen und Personal. Auch die kontaktlose Betreuung der Gäste über eine digitale Gästemappe sollte in einer Software-Suite enthalten sein. Darüber können Gäste mit der Rezeption chatten, Zusatzleistungen online buchen und beispielsweise auch die aktuellen Corona-Regeln nachlesen. Wenngleich Betreibern wie Urlaubern der persönliche Kontakt oft wichtig ist, so kann die Digitalisierung für ein “neues und sicheres Miteinander” sorgen. 

Campingplätze haben darüber hinaus individuelle Anforderungen, die ebenso berücksichtigt werden sollten. Zum Beispiel die Anbindung von Schranken-Systemen zur automatisierten Erfassung von Gästen per Fahrzeug-Kennzeichen. Da viele Property-Management-Systeme nur auf den klassischen Hotelbetrieb spezialisiert sind, bieten sie häufig keine Schnittstellen zu solchen Drittsystemen. RESAVIO bietet Campingplatz-Betreibern nicht nur standardisierte Schnittstellen, sondern auch eine offene API, die die Anbindung beliebiger Drittsysteme ermöglicht und damit individuell auf die Bedürfnisse zugeschnitten werden kann, sondern auch einen interaktiven Platzplan und die integrierte digitale Gästemappe.